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WasserkraftÖkostrom aus Wasserkraft?Seit 1950 wurden weltweit über 40.000 neue große Staudämme fertiggestellt, durchschnittlich 2 am Tag. Die Wasserkraft wird bereits seit langem als Energieträger benutzt. Heute soll die regenerative Alternative zu fossilen Energieträgern und Kernenergie helfen, die weltweite Klimaerwärmung aufzuhalten, die Bedingungen des Kyoto-Protokolls zu erfüllen und riskante Energiegewinnung auf Kosten unserer Sicherheit und der Umwelt unserer Kinder zu vermeiden. Regierungen und Energiekonzerne auf der ganzen Welt schmieden immer neue Pläne für Mini- bis Mammutprojekte und verbauen kostbare Ökosysteme. In Deutschland vermarkten Energiekonzerne das Produkt Wasserkraft zusammen mit anderen regenerativen Quellen wie Solar- und Windkraft, Biomasse und Geothermie mit dem Öko-Label, jene Kunden im Visir, die auch im Supermarkt für Bio und Qualität gerne etwas mehr Geld ausgeben. Allein der Ausstieg aus der Atomkraft erfordert, dass der Anteil der Erneuerbaren am Energiekuchen deutlich ausgebaut wird. Auch die durch die Politik gesteckten Anreize fördern diese Entwicklung. Im Gegensatz zu seinen regenerativen Partnern kann mit Wasserkraftwerken vergleichsweise effizient Stom produziert werden. Maßgebebend hierfür sind die sogeannten Stromgestehungskosten [Cent/kWh]. Diese liegen bei Wasserkraft bei etwa 3-20 Cent/kWh. Zum Vergleich: die Fotovoltaik liegt bei 50-80 Cent/kWh. Doch wie steht es um die Ökobilanz der Wasserkraft? PumpspeicherkraftwerkePumpspeicherkraftwerke bestehen aus zwei Wasserreservoirs mit Höhenunterschied und einer verbindenden Pipeline mit Turbine. Zu den teuren Spitzenzeiten wird das Wasser aus dem obereren Reservoir durch die Turbine abgelassen und dadurch Strom erzeugt. Nachts wird das Wasser mit europäischem Billig-Atomstrom durch die gleiche Pipeline wieder zurückgepumpt. Um 100 Megawatt zu gewinnen müssen 130 Megawatt investiert werden. Der ökonomische Nutzen entsteht allein aus der Differenz der Energiekosten zwischen Spitzenlast- und Nebenzeiten. Aus ökologischen Gesichtspunkten ist diese "Stromwäsche" ausgesprochen zweifelhaft. FlusskraftwerkeSpeicherkraftwerkeMassive Staudämme (a.b.a. Talsperren) im Flusslauf stauen das Wasser im Flusstal zu künstlichen Seen und stellen einen massiven Eingriff in das Ökosystem dar. Durch das Aufstauen des Gewässers reduziert sich die Fließgeschwindigkeit, so verändert sich die Temperatur und der Sauerstoffgehalt des Wassers. Mitgetragene Sedimente und Nähstoffe lagern sich oberhalb der Staumauer ab. Beeinträchtigt werden nicht nur die Lebensräume im Staubereich des Damms, sondern insb. auch jene Lebensgemeinschaften stromabwärts, die von den transportierten Gütern abhängig sind. Insbesondere in den tropischen und subtropischen Gebieten führt der Zerfall der überstauten und angeschwemmten Biomasse zur Bildung klimaschädlicher Gase, darunter große Mengen des Klimakillers Methan. Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass Staudämme ein unüberwindbares Hindernis für die natürlichen Wanderbewegungen der Flußbewohner darstellen. Größenwahnsinnige Stauprojekte wie der Drei-Schluchten-Damm in China entziehen der ansässigen und vertriebenen Bevölkerung die Lebensgrundlage. LaufwasserkraftwerkeUnterhalb einer Staumauerhöhe von ca. 15 Metern spricht man von einem Wehr statt von einem Damm. Wehre haben qualitativ die gleichen Schadwirkungen auf das Gewässer wie Staudämme. Eine spezielle, aber nicht untypische Form sind Ausleitungskraftwerke, wo das Wasser aus dem ursprünglichen Mutterbett ausgeleitet wird. Dabei kommt es zu einer Verminderung des Abflusses im Mutterbett (Kaltschmitt et al. 2003). Eine sogenannte Mindestwasserführung regelt, dass eine bestimmte Restwassermenge nicht unterschritten werden darf. Die natürlichen jahres- und tagesperiodischen Abflussschwankungen verlieren aber ihre Bedeutung, auch Niedrigwasserperioden können sich verlängern. Damit können solche Anlagen erhebliche Auswirkungen auf Lebewesen und Lebensgemeinschaften des Gewässers haben, indem es z.B. zu einer Abnahme der Pflanzen- und Tierwelt kommt. (Quelle www.goek.tu-freiberg.de/oberseminar/OS_04_05/Thomas_Kohl.pdf) Wegen der obigen Auswirkungen spricht sich der NABU gegen den Neubau von Wasserkraftanlagen und somit die Verbauung bisher unbeschädigter Biotopverbundsysteme aus. Die Argumentation basiert auf der Feststellung, dass geeignete Standorte bereits für die Energiegewinnung genutzt werden. Potentiale sieht der NABU dagegen in der Modernisierung der oft 80 - 100 Jahre alten Anlagen. Vertiefende InfosInitiativen |